Mocabu 摩擦步
Wozu eine eigene Stufe für das Gehen
Mocabu ist die Fußarbeit des Yiquan: die Stufe, die die im Zhan Zhuang aufgebaute und im Shili in Bewegung gebrachte Kraft in die Fortbewegung überträgt. Dass das eine eigene Stufe verdient, begründet ein Satz Yao Zongxuns:
„Wenn Hände ankommen, aber Schritte nicht, heißt das nicht Können. Wenn Hände und Schritte zusammen ankommen, ist Kämpfen so leicht wie Scherzen."
Woher der Name kommt
Die Fußsohlen reiben beim Gehen fast am Boden — daher „Reibungsschritt". Die Vorstellung dazu: Die Füße bewegen sich wie durch Schlamm oder dicken Sirup, es gibt ständigen Widerstand. Das ist dieselbe Denkfigur wie das Wasser im Shili: ein vorgestelltes Medium, das die Bewegung verlangsamt und dadurch prüfbar macht.
Das Gewicht beginnt bei 50/50 und verlagert sich beim Vorwärtsgehen langsam auf den Vorderfuß, bis etwa 70 Prozent. Der Vorderfuß gleitet rund einen Zentimeter über dem Boden, ohne ihn zu berühren — die „Reibung" des Namens ist also vorgestellt, nicht wörtlich; die Zehen setzen zuerst auf, die Ferse bleibt „leer". Andere Anleitungen nennen ein bis zwei Zentimeter und lassen das Gewicht nach dem Aufsetzen wieder zu drei Teilen vorn, sieben hinten ruhen — wie im Dingba Bu. Sämtliche Prinzipien des Standes — Entspannung, Atmung, Yi — bleiben dabei aktiv.
Warum die Füße zuerst kommen
Begründet wird die Fußarbeit mit der Distanz. Weicht man vor einem Tritt zu wenig zurück, wird man getroffen; weicht man zu weit zurück, entgeht man dem Angriff zwar, verliert aber Zeit und Raum für den Gegenangriff. Richtig ist die Distanz, bei der der Angriff gerade nicht erreicht — dasselbe Maß wie beim Halbschritt. Deshalb beginnt jede Angriffs- und Verteidigungsbewegung mit den Füßen. Die Spruchweisheit dazu: 手是两扇门,全凭脚打人 — „die Hände sind zwei Türflügel, getroffen wird mit den Füßen".
Mocabu gilt dabei als das Shili der Beine: Durch das langsame Vor-, Zurück- und Seitwärtsgleiten wird spürbar, wie die Kraft von der Sohle über Wade und Oberschenkel bis zur Hüfte läuft. Das stehende Gegenstück ist der Einbeinstand Du Li Zhuang.
Der Weg des Fußes
Ein Faden über dem Knie zieht das Bein leicht nach oben; der Fuß löst sich wie aus zähem Schlamm, gleitet an der Innenseite des Standfußes vorbei, etwa eine Fußlänge über dessen Spitze hinaus, und biegt dann schräg nach vorn außen in den Stand. Das Standbein schiebt ihn von hinten, die Fußspitze „erkundet den Weg". Aufgesetzt wird er wie auf etwas Zerbrechliches. Den Widerstand darf man mit der Zeit steigern — aber nur in der Vorstellung, nie mit Muskelkraft.
Eine Anweisung, die man leicht überliest
Die Richtung folgt der Nase, nicht dem Vorderfuß. Wer dem Fuß folgt, verdreht sich gegen die eigene Ausrichtung; wer der Nase folgt, bleibt als Ganzes gerichtet. Es ist eine kleine Angabe mit großer Wirkung auf die Struktur.
Drei Entwicklungsstufen
- Ding Bu Mocabu — der Schritt am Ort, ohne Fortbewegung: erst die Mechanik, dann der Weg.
- Zoubu — die Shili-Übungen mit Schritten kombiniert. Hände und Schritt beginnen gleichzeitig; das Zusammenfallen ist der eigentliche Lerninhalt.
- Dabu Lianxi, der Großschritt — doppelt so lang wie der normale Stand, das hintere Bein gibt plötzlich Kraft. Das Körpergefühl dazu: als pralle man gegen etwas und schleudere es fort. Damit ist die Brücke zu Fa Li mit Schritt geschlagen.