Fa Li 发力
Die Stufe, an der sich zeigt, ob die Grundlagen tragen
Fa Li heißt wörtlich Kraft ausgeben. Es ist die Synthese von Zhan Zhuang, Shili und Mocabu in einem plötzlichen, ganzheitlichen Kraftimpuls — und die Brücke vom Solo-Training zum Partnertraining (Tuishou).
Yao Chengguang beschreibt das Verhältnis der Stufen in einem Bild, das die verbreitete Erwartung geradebiegt:
„Zhan Zhuang, Shili und Mocabu schaffen alle die Bedingungen für Fa Li. Es ist wie ein Lager voller Maschinenteile. Man kann damit eine Maschine bauen, aber man muss Funktion und Struktur dieser Maschine verstehen. Andernfalls wird man sie nicht bauen können und nicht benutzen können."
Dazu Yao Zongxuns Warnung, die in derselben Richtung geht: Manche üben jahrelang die Grundmethoden und können dennoch kein Fa Li — „weil sie kein klares Wissen über Fa Li haben". Die Teile ergeben nicht von selbst die Maschine.
Vier Faktoren
1. Hohe nervliche Aktivierung. Die Vorstellung wilder Tiere ringsum, höchste Alarmbereitschaft — Angst-Energie wird in Bereitschaft umgewandelt. 2. Bodenreaktion. Der hintere Fuß drückt gegen den Boden, die Reaktionskraft läuft wie durch eine Kette durch den Körper (Actio und Reactio). 3. System widersprüchlicher Kräfte. Oben gegen unten als Grundlage, und überall im Körper wirksam: kein Körperteil ohne Gegenkraft (Zheng Li). 4. Schnelles Vibrieren. „Bewegung, die immer entsteht und niemals aufhört" — nicht stocken, nicht abbrechen.
Nicht nur die Faust
Der Kanon führt Kraftrichtungen für alle Körperwaffen: Kopf, Schulter, Ellbogen, Hand, Knie und Kua — je in einer Fassung am Ort und einer mit Schritten (Zou Bu Fa Li, die Grundlage des Kampftrainings). Dazu kommen die Tritte und, als Prüfung am Ziel, das Training am Sandsack und an den Pratzen. Das Mentalbild dort: je kürzer die Zeit, in der man den Sack trifft, desto besser — als wolle die Faust ihn durchdringen und zertrümmern.
Das ist keine Metaphorik, sondern die Formel für Explosivkraft in Bildsprache: derselbe Impuls in kürzerer Zeit ergibt mehr Kraft.