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Einzelübung

Schlangen-Wickel-Hand 蛇缠手

shé chán shǒu
Zwei Arme, beweglich wie zwei Pythons: Die Schlangen-Wickel-Hand gilt im Lehrfilm als die Grundfertigkeit, aus der das Yiquan-Tuishou erwächst.

Eine Übung, die es nur im Yiquan gibt

Die Schlangen-Wickel-Hand (蛇缠手, She Chan Shou) gehört zu den Hand-Einzelübungen des Yiquan (Dan Cao Shou). Belegt ist sie bisher in einem einzigen Lehrfilm: Dort führt sie Bo Jiacong vor, Schüler von Yao Zongxun in der dritten Generation. Er stellt sie als „einzigartige Yiquan-Einzelübung" vor. Geübt wird sie erst mit einer Hand, dann mit beiden.

Einhändig

Die Übung beginnt im Hunyuan Zhuang. Eine Hand ruht, die andere öffnet sich leicht und dreht nach innen und hinten in den Rückhand-Stand (背手桩). Von dort fährt sie um 45° schräg nach vorn und oben.

Der Arm wird dabei nie ganz durchgestreckt, die Biegung bleibt immer erhalten. Das Bild dafür ist ein Kind, das eine Schale mit Wasser trägt, ohne etwas zu verschütten. Dann hakt die Hand ein, setzt die Finger und wendet das Handgelenk. So neutralisiert sie den Druck (消) und schlägt anschließend mit der Handkante (砍).

Zweihändig

Mit beiden Händen zeigt man zuerst nach hinten. Das Bild dazu heißt „das Fenster aufstoßen und den Mond betrachten" (推窗望月). Die Handform sieht dabei, wie Bo Jiacong selbst sagt, recht eigenartig aus. Dann wechseln die Hände: Eine geht vor, die andere kommt zurück. Ist die Bewegung locker geworden, verlagert man sie nach vorn und verbindet sie mit Schritten vor und zurück.

„Wie zwei Pythons — beide Arme sind so beweglich wie zwei Pythons."

Wie bei allen Einzelübungen des Films gilt: Der Körper arbeitet mehr als die Hände.

Kraft bis in die Fingerspitzen

Die Kernanforderung heißt 力达指尖: Die Kraft soll bis in die äußerste Spitze reichen. Bo Jiacong zeigt, was sonst passiert. Streckt man den Arm einfach aus, kann ihn ein Gegner herunterdrücken. Stellt man sich dagegen vor, vorn einen kleinen Baum zu greifen, lässt sich der Arm nicht mehr herunterdrücken. Der Arm hat dann zwei Stützpunkte statt einem.

Das ist dieselbe Logik wie bei den äußeren Verbindungen: Ein Anker, den es nur in der Vorstellung gibt, wird behandelt, als wäre er real, und trägt dadurch die Kraft. Wer es richtig macht, spürt eine lebendige, leicht vibrierende Kraft im Arm.

Der Grund: Tuishou

Bo Jiacong nennt die Übung ausdrücklich die Grundfertigkeit des Tuishou:

„Tuishou ist genau dieser Zustand."

Das Ziel ist damit kein festes Schlagmuster. Wie beim Shili sollen die Arme so beweglich werden, dass sie jeder Kampfform begegnen können. Die Anwendung im freien Kampf kündigt er an, zeigt sie im Film aber nicht mehr. Hier endet, was die Quelle trägt.

Was sie nicht ist

  • Nicht die „erschrockene Schlange" (惊蛇). Die gehört zu den vier Formen und zum Jian Wu und ist eine gerichtete Entladung der Kraft, keine Einzelübung.
  • Nicht die Seidenspinn-Kraft (Chan Si Jin, 缠丝劲). Das Zeichen 缠 („winden") teilen beide, aber 缠丝劲 bezeichnet eine Kraftqualität, 蛇缠手 eine konkrete Übung.