Innere Verbindungen 身内争力
Vom Prinzip zur Übungsanweisung
Zheng Li sagt, dass im Körper entgegengesetzte Kraftpaare wirken müssen. Hun Yuan Li beschreibt, was dabei herauskommt. Die inneren Verbindungen (身内争力) sind das Stück dazwischen: die didaktisch zerlegte Ausformung, also die Landkarte — welche Verbindung in welchem Stand in welche Richtung gezogen oder gedrückt wird.
Benannt werden konkrete Paare zwischen konkreten Körperteilen: Finger gegen Finger, Knie gegen Knie, vorderes Knie gegen hintere Hüfte, Kopf gegen vorderen Fuß. Das ist der Unterschied zwischen einem Prinzip und etwas, das man üben kann.
Materialqualitäten
Jede Verbindung wird über die Vorstellung gebildet und mit einer Materialqualität belegt, die ihr Kraftverhalten festlegt:
- Fäden und Seile — halten und ziehen zusammen, fast ohne Rückdruck.
- Gummibänder — elastischer Zug, wollen sich zusammenziehen.
- Ein magnetisches Gefühl — zieht an und stößt ab, je nach Richtung.
- Stahlfedern — Widerstand in beide Richtungen, gegen Druck wie gegen Zug.
Die Wahl des Materials ist keine Geschmacksfrage: Sie bestimmt, ob die Verbindung nachgibt, zurückdrückt oder beides.
Drei Aufbaustufen
1. Die Verbindung überhaupt herstellen und wahrnehmen. 2. Entspannt arbeiten — zusammenziehen und auseinanderdrücken lassen. Die Materialqualität arbeitet, nicht der Übende. 3. Angespannt arbeiten — aktiv zusammendrücken und auseinanderziehen, im Wechsel mit Entspannungsphasen. Das ist der gelebte 松紧-Wechsel.
Innen und außen auseinanderhalten
Drei ähnlich klingende Begriffe werden leicht verwechselt. Die inneren Verbindungen sind Kraftpaare im Körper — physikalisch die Ko-Kontraktion der Antagonisten, elastische Vorspannung, ohne den Schwerpunkt zu bewegen. Die äußeren Verbindungen (身外争力) projizieren dagegen nach außen in die Ferne, etwa Federn zu einem Baum. Und die drei äußeren Harmonien aus den Sechs Harmonien meinen nochmals etwas anderes: die Koordination von Hand und Fuß, Ellbogen und Knie, Schulter und Hüfte.